Nach der Wunderbaren Geste und einer ungewohnt warmen Nacht schlief ich sehr gut. Obwohl ich direkt am Boden schlief und meine Matte relativ dünn ist, habe ich mich sehr gut daran gewöhnt. Ich konnte mich in dieser Nacht gut erholen. Als ich aufbrechen wollte bemerkte ich, dass das Tor abgeschlossen war. Die Kirche hatte fast überall hohe Eisenstäbe, so dass man nicht Ein-/ oder Ausbrechen kann. Ich fand aber eine Ecke, wo es möglich aussah, als ich mich an einer Säule festhalten wollte um mich hinauf zuziehen, löste sich die Säule. Ich konnte die Säule gerade noch festhalten und diese blieb heil, aber ich fiel zurück in einen Rosenstock und zerriss mir sie Regenhose. Nach dem ersten missglückten Versuch versuchte ich es weiter an der Seite und balanciert danach über die Mauer. Mit einer kleinen Verspätung konnte ich dann in den 60. Tag der Reise starten. Auf dem Weg ass ich ein Stück Pizza, welches ich geschenkt bekam und bemerkte, dass die Pizza mit Schinken belegt war. Im gleichen Moment bellte mich einen Hund an und ich war ihm ein Stück Schinken zu und danach war Ruhe. Auf meinem Weg durch die Dunkelheit passierte noch etwas, was ich nicht wollte, mehrere Hunde von einem Bauernhof entdeckten mich und rannten auf mich zu, bis zur Strasse. Die Hunde hielten immer ein wenig Distanz zu mir, verfolgten mich aber bis ich genug weit weg von ihrem Zuhause war. Nach der ersten Aufregung am Morgen passierte ich danach ein kleines Dorf. Mitten auf meinem Weg schliefen zwei Strassenhunde einer erwachte und bellte mich an. Ich konnte an den Hunden vorbeigehen aber einer der Hunde kam mir nach. Ein Mann fuhr mit seinem Pick-Up Truck zu mir und sagte: «steig ein», ich sagte dann dem höflichen Mann «dass ich in die entgegengesetzte Richtung, als er muss». Der Mann Verstand und positionierte seinen Geländewagen so, dass für den Hund kein Durchkommen war. Als der Mann weiterfuhr, kam der grosse Hund mir wieder näher. Nochmals half mir der Mann mit seinem Pick-Up, da er eine Runde durch das Dorf gedreht hat und dann vor den Hund heranfuhr. Ich winkte dem Mann zu und bedankte mich, da ich dann genug weit weg war für den Hund. Nach den Aufregungen und in diesen Fällen, war es Dumm von mir in der Dunkelheit zu starten, aber ich kann auch nicht wissen wo Hunde sind, die mir nahe kommen wollen.
Ohne bellende Hunde ging es Berg auf, allmählich dämmerte es und als ich oben ankam, sah ich einen wunderschönen Sonnenaufgang mit einer wunderbaren Aussicht. Weiter ging es für mich wieder hinunter, auf einmal hörte ich wieder Gebelle. Da ich eine Schafherde mit Hirtenhunden sah, war mein Gefühl gar nicht gut. Die Hunde verfolgten mich auch wieder lange, aber es war immer einen gewissen Abstand zwischen den Hunden und mir. Einen Kilometer kam es nochmals dazu, dass ich von sechs Hunden vertrieben wurde und immer als ich einmal lauter wurde sah ich wie sich die Schwänze senken und die Hunde eingeschüchtert waren, aber als ich mich wieder umdrehte und den Rücken zu den Hunden hatte, liefen die Hunde bellend mir nach. Nach dieser Gruppe von Hunden hatte ich dann aber Ruhe für Heute. Mir gefällt die Landschaft in Griechenland und ich bin gespannt, wie sich das Land nach Thessaloniki verändert. Ein Wohnmobil überholte mich und das Pärchen aus Belgien sagte: «Ich soll einsteigen» ich willigte ein gab aber auch klar, dass ich nur ein paar Kilometer fahren möchte und nicht zu weit. Der Mann und seine Frau fanden es super was ich mache und sagten: «Man hat nur ein Leben und soll sein Leben geniessen». Passender kann man es nicht ausdrücken. Das Pärchen ist pensioniert und die zwei reisen mit ihrem Wohnmobil herum. Nach zwei Kilometer verliess ich das Wohnmobil und lief weiter, die zwei Belgier wollten mich noch weiter mitnehmen, aber ich lehnte dankend ab. Mir war zuerst nicht heuer, da ich wieder durch ländliches Gebiet laufen musste und keinen Bock auf aggressive Hunde mehr habe. Ich lief keine Hundert Meter und mir wurden vier riesige Äpfel geschenkt, da ich durch Obstland ging und Leute am Äpfelpflücken waren. Ich rechnete nicht damit und freute mich sehr. Meine Bedenken waren überflüssig, da ich Kilometer an Obstfeldern vorbeilief und der Weg perfekt war zum Laufen. Kurz vor der Mittagspause fragte ich nach Wasser und mir wurden noch Trauben geschenkte, in diesem Moment fragte ich mich wirklich «was los sei», da ich so viele Geschenke bekomme. Meine Mittagspause machte ich bei einer Orthodoxen Kirche, da es dort Wasser und Schatten hatte. Heute wurde es wieder fast 30Grad und kurz vor dem Mittag war es ziemlich heiss. Nach dem Mittagsschlaf wusch ich mich am Brunnen und kämmte wieder einmal meine Harre, da die Hygiene sehr wichtig ist und ein frisch gewaschener Kopf sich sehr gut anfühlt.
Nach der Mittagspause traf ich wieder auf viele Leute, die mir zuwinkten und ab und zu wurde ich gefragt was ich mache, die Reaktionen sind immer grossartig für mich. Mein nächstes Ziel für meine Pause ist Thessaloniki, da die Stadt am Meer liegt, ging es für mich am Nachmittag nochmals Bergab, kurz vor Edessa fuhr mir ein gelber Van vorbei. Der Fahrer und ich sahen uns an und wir beide dachten «ich kenne diesen Mann». Plötzlich fiel es mir ein, es war der Jakob und mit seiner Freundin. Ich hatte das Paar in Tirana, bei der «Free Walking Tour» kennengelernt. Da die zwei Deutschen an der Ampel standen, rannte ich zu ihnen nach vorne und sie fuhren danach zur Seite und wir plauderten ein wenig. Für mich war es frustrierend als Jakob sagte, sie sind seit einer Stunde in Griechenland und ich hatte drei Monster-Etappen hinter mir. Ich muss aber auch sehen, die Autobahn geht direkt nach Thessaloniki. Es war ein lustiger Zufall und so ein schöner Moment und spätestens in Istanbul werden wir uns wiedersehen, vielleicht auch schon früher auf der Strasse, wer weiss.
Nach der Wunderbaren Begegnung lief ich nach Edessa, da ich zu diesem Zeitpunkt schon 50km zurückgelegt hatte, wollte ich nicht noch durch die ganze Stadt laufen und suchte ausserhalb etwas zum Schlafen. Als ich an einem Haus vorbei lief mit Wasserhahn im Garten, fragte ich: «ob ich meine Wasserflaschen auffüllen darf?» Die Frau im Garten sagte: «komm nur rein». Die Frau war sehr interessiert und sprach gut Englisch. Später kam der Mann dazu und als die zwei erfuhren, dass ich Schweizer bin, waren sie sehr aus dem Häuschen, da ihre Kinder in der Schweiz leben. Das Paar lud mich direkt ein, am Anfang sagte ich noch, ich schlafe im Garten aber später bestanden sie darauf im Gästezimmer zu schlafen. Ich bekam: leckere Suppe, Salat und viele Früchte aus ihrem Garten. Ich konnte so wieder viel vom Land lernen. Meine Gastgeber George und Tasula sind so lieb und gastfreundlich. Ich konnte mich wieder Duschen und in einem richtigen Bett schlafen, was für mich so viel Wert ist.
An meinem 60. Tag erlebte ich so viel und mir geht es so gut. Griechenland zeigt sich von seiner besten Seite und freue mich nur auf Morgen.









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