Tag 65: Arocena-Monje

In der Nacht fuhr ein Zug vorbei, der in der Nähe von unserem Schlafplatz drei Mal gehupt hatte, so dass wir danach wach waren, ein Dank an den Lokomotivführer. Beim Erwachen waren unsere Schlafsäcke nass, da es in der Nacht kühl wurde. Ausgerüstet mit den Regenjacken starteten wir in den Tag. Joness behielt die Regenjacke an zum Laufen und ich startete wie gewohnt in kurzen Hosen und mit T-Shirt. Mein Kollege tropfte zu Beginn, bis er herausfand, dass der Deckel der Trinkflasche nicht geschlossen war, schnell war das Problem beseitigt und wir konnten weiter. Der Sonnenaufgang war heute sehr schön, da es am Morgen noch ein paar Schleierwolken am Himmel hatte schimmerte die Sonne hindurch, was einen speziellen Effekt gab.

Bei einer Pause zog Joness seine Regenjacke aus. Da fiel ihm auf, dass er den Reissverschluss beim Rucksack nicht geschlossen hatte und so war eine ganze Armee an Ameisen im Kopfteil seines Rucksackes. Die Ameisen in Südamerika sind nicht so friedlich wie in Europa, sie können kräftig zubeissen. Die Bisse brennen für mehrere Stunden. Als Joness versuchte, das Kopfteil des Rucksackes von den Ameisen zu trennen, sahen wir wie viele der Tierchen dort drin waren. Wir hatten das Gefühl, es wurden immer mehr. Nach heftigem Schütteln flog auch die allerletzte Ameise raus.

Ohne Ameisen ging es an der Strasse weiter. Wir laufen bis nach Rosario an der Strasse, da es auf den Feldwegen zu viele Hunde hat, die uns beissen wollen. Wir zwei fühlen uns gut und zogen das Tempo an, unsere Körper machen einen fantastischen Job. Kurz vor der Siesta ging uns das Wasser aus. Bei einer Plantage war das Tor offen und wir spazierten über das Feld und füllten unsere Flaschen auf. Wir wurden gesehen, aber es war dem Arbeiter egal. Ein paar Hundert Meter nach der Plantage machten wir es uns unter einem Baum bequem. Eine andere Sorte von Ameisen wie am Morgen, hatte ein Problem damit und wir kassierten ein paar Bisse, die Bisse spüren wir jetzt noch am Abend. Da wir nicht willkommen waren, wechselten wir den Platz und lagen direkt neben der Strasse, bei einem Schattenplatz. Während wir unseren Schlaf suchten, fuhren Lastwagen vorbei und die Fahrer hupten uns zu, was kontraproduktiv war. Trotz Strassenlärm konnten wir uns Erholen und hatten unsere Ruhe.

Am späteren Nachmittag liefen wir noch 6km nach Monje. Als wir dort ankamen war, noch alles geschlossen aufgrund der Siesta. Wir sassen in den Park und machten es uns gemütlich. Als die Läden öffneten, ging Joness alleine einkaufen und wie er mir erzählte, konnte er einwandfrei eine Kommunikation führen. Joness ist meiner Meinung nach auf das nächsten Spanischkurs Level aufgestiegen.

Dass wir im Park gekocht hatten, hat nicht allen gefallen, weshalb die Polizei gekommen war. Da unsere Pasta noch nicht fertig gekocht waren, kochten wir weiter und die Polizei besuchte uns nochmals. Als die Polizei unser Feuer löschte, waren unsere Spaghettis fertig. Wir konnten die Polizisten besänftigen, mussten aber nach dem Essen den Park verlassen, da wir dort nicht schlafen durften. Nach dem Essen, reinigten wir noch alles und packten dann zusammen. Für uns zwei ging es einen Kilometer weiter, bis wir ein passendes Plätzchen fanden und unser Zelt dort aufstellen konnten.

Nach insgesamt 34 absolvierten Kilometer beenden wir den Tag und freuen uns was der Morgige für uns bereit hält.

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