Trotz unruhiger Nacht erholte ich mich gut und freute mich, dass es weiter geht. Nach drei Nächten im Hostel, war es genug für mich und ich spürte, dass ich wieder in die Natur muss. Vom Hostel aus ging es den Hügel hinauf zu der «Upper Town», wo sich die Stadtmauern befinden. Ich hatte einen schönen Ausblick über die Stadt. Ausserhalb der Stadt ging es in den Wald hinein, wo ich nicht mehr allein war. Beim Vorbeigehen bemerkten mich mehrere Hunde die mich anbellten, aber mehr auch nicht. Noch in der Dunkelheit ging es durch kleine Dörfer und ich konnte die neu erlernten Worte wie «Kalimera» (guten Morgen) anwenden. Nach einem wunderbaren Sonnenaufgang ging es für mich über Landwege weiter. Da die Jagdsaison auch noch hier im vollen Gange ist, hörte ich es immer wieder «knallen» neben mir. Mehrere Jäger sahen mich und mit einem hatte ich ein kleines Gespräch, so wusste ich, dass ich lebendig wieder rauskommen werde.
Dieser Teil war perfekt für mich zum Laufen und es machte mir tierisch Spass. Auf einer Anhöhe machte ich eine kurze Pause und wechselte meine Schuhe. Nach dem wunderbaren Weg und der Traumhaften Aussicht ging es für mich wieder hinunter an die Strasse. Zurück an der Strasse wurde es zum Teil eng, da ich nicht viel Platz an der Seite hatte und Brombeersträucher ragten in die Strasse. Ich bin schon einige Male in meinem Leben hängen geblieben und heute noch ein paar Mal mehr, an den Sträuchern.
Neben der Strasse entdeckte ich ein vollgepacktes Fahrrad, ich lief dahin umzuschauen ob noch jemand in der Nähe ist. Als ich näherkam, sah ich eine junge Frau, die am Boden sass und einen Granatapfel ass. Wir stellten uns vor und ich lernte in diesem Moment, die Leoni aus Deutschland kennen. Leonie reiste seit Mai mit ihrem Fahrrad umher und vielleicht sieht man sich nochmals. Nach der schönen Begegnung ging es für mich noch drei Kilometer weiter ins nächste Dorf. Dort tätigte mich meine Mittagspause und ich schlief eine Weile. Nach der Mittagspause fühlte ich mich sehr erholt und war bereit für den zweiten Teil.
Nach der Pause lief ich noch sechs Kilometer weiter und fand auf dem Weg mehrere Granatapfelbäume, endlich sind die Früchte reif! Ich steckte ein paar Früchte ein und lief weiter. Da die Nadja in der Nähe war, trafen wir uns am Abend und wir fanden einen schönen Platz am See. Die Rosi spielte am See und wir kochten zusammen. Ich durfte nochmals eine Nacht im Van schlafen und musste nicht mein Zelt aufbauen. Da wir danach unterschiedliche Ziele haben, war es das letzte Mal, dass wir uns sahen. Es war schön jemanden kennengelernt zu haben, denn ich immer wieder sehen durfte auf meiner Reise.
Ich muss mir manchmal Zeit nehmen, um zu realisieren was ich schon alles erreicht habe. Es kommt mir nicht vor, als ob ich schon 65 Tage unterwegs bin. Die Zeit verflog und ich stelle fest, dass alles bald vorbei ist. Ich geniesse jetzt umso mehr jeden Schritt und merke auch wie mich die Reise schon verändert hat.









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