Tag 66 Peristerona- Nea Kardylia

Die Rosi (Dackel Dame) hat gemerkt, dass wir uns so schnell nicht mehr sehen, da sie ihren Kopf auf mich legte und wir zusammen einschliefen. Dank der Vierbeinigen Bettflasche hatte ich angenehm warm, obwohl es auch im Bus kühl wurde. Ich verabschiedete mich bei den zwei Damen und verschwand dann, in der Dunkelheit. Zum Laufen war es nicht so kalt und ich startete mit nicht allzu viel Schichten. Ich folgte dem Weg an dem See entlang, nach ein paar Kilometer kam ich in ein Dorf. Mein Weg war mit Absperrband abgesperrt. Als ich über das Band stieg leuchtete eine Taschenlampe zu mir und danach näherte sich der Mann mit der Taschenlampe. Da unsere Verständigung nicht funktionierte durfte ich weiter. Ich lief zur Strasse und folgte der für den Rest des Tages. Ich hatte nicht immer ausreichend Platz auf der Seite, was vor allem in der Dunkelheit gefährlich war. Dank meiner Stirnlampe sahen mich die Autofahrer immer frühzeitig.

In der Pause konnte sich mein Körper erholen und ich spüre es auch. Nur die eine Druckstelle am Fuss macht noch Probleme, als ich die Schuhe wechselte, stellte ich fest, dass es wieder angefangen hatte zu bluten und sogar meine Schuhsohle mit Blut beschmutzt war. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob die Wunde von einem Stein oder vom Schuh kommt. Beide Schuhpaare kommen allmählich an ihre Grenzen und es kann sein das sich das Material löst und sich Druckstellen bildet. Nach dem Schuhwechsel ging es wieder und mein Fuss konnte sich erholen. Da der Sonnenaufgang auch nicht so lange her war zu diesem Zeitpunkt, konnte ich mich im Sonnenlicht aufwärmen. Auf meinem Weg lief ich an einem Mann vorbei, der eine Geste zu seinem Auto machte, ich verstand es zuerst nicht. Eine Minute später fuhr der Mann mit seinem Auto neben mich und sagte ich soll doch einsteigen. Ich stieg zu dem Mann ins Auto und er fuhr mich ein Stuck. Während der Fahrt sprachen wir ein paar Worte, es blieb aber die meiste Zeit ruhig. Nach ca. 10km sagte ich dem Mann: «dass es genug sei und ich weiter laufen möchte». Der Mann wollte mich noch 30km weiterfahren, was aber für mich zu viel war. Der Mann hielt anschliessend und ich konnte weiterlaufen. Ich bedankte mich bei meinem Fahrer und unsere Wege trennten sich.

Zuerst lief ich ans Meer, da mich der Mann bis ans Meer fuhr. Der Pfad führte nicht sehr lange am Weg entlang, weshalb ich bald wieder an die Strasse zurückmusste. Bei einem Supermarkt kaufte ich direkt noch ein und traf ein Paar aus den Niederlanden im Supermarkt. Das Paar fährt mit ihren Drahteseln bis nach Istanbul. Wir haben dasselbe Ziel, nur dass meine zwei neuen Bekanntschaften nur noch eine Woche unterwegs sind, da es nicht mehr so weit ist. Die zwei waren sehr beeindruckt von mir und wir bleiben in Kontakt, da ich noch nicht weiss, ob ich im Süden über die Grenze in die Türkei kann oder noch in den Norden laufen muss. Momentan laufe ich nach Alexandroupolis und von dort ist die Grenze nichtmehr weit entfernt, aber hinter der Grenze liegt die Autobahn. Mit dem Fahrrad ist es anscheinend möglich und die Niederländer werden mir dann schreiben, ob es für mich auch möglich ist oder ich noch 150km in den Norden laufen darf und dort die Grenze überschreiten muss.

Nach dem Einkauf und der netten Plauderei ging es für mich am Meer entlang weiter.  Auf einmal hörte ich Fahrrad Glocken klingeln, es war das niederländische Paar, welches zuerst noch frühstückte und anschliessend mich überholte. Es war ein schöner Moment die zwei zusehen und zu wissen, dass Sie ihre Reise bald abgeschlossen haben. Sie zwei und auch Simon (Schweizer der mit dem Fahrrad reist und ich in Kroatien getroffen habe) lassen alle die Fahrräder ausserhalb von Istanbul und fahren mit dem Bus in die Stadt. Das ist für mich vollkommen verständlich, da die Stadt 18 Millionen Einwohner hat und der Verkehr gefährlich ist, ich hingegen versuche sie zu durchlaufen. Ich nutze momentan meine freie Zeit und suche mir Wege durch die Stadt.

Kurz vor zwölf Uhr fand ich an einer Kirche Wasser und anschliessend einen Schattenplatz in einem Dorf. Ich versuchte ein neues Rezept aus. Da ich im Laden zuvor ordentlich eingekauft hatte. Mit Mittagessen war: Fajita mit Tzatziki und Schafskäse. Das Gericht war für mich ein voller Erfolg, es war sehr lecker und gab mir sehr viel Energie für den Nachmittag. Gut schlafen konnte ich nicht, da es sehr viele Fliegen hatte, die mir ums Gesicht flogen und mich beim Schlafen störten.

Gut gestärkt ging es weiter, da die Sonne von den Wolken bedeckt wurde, war es ein optimales Lauf-Wetter. Auf meinem Weg fand ich eine Apotheke, in der ich Pflaster eingekauft hatte und morgen versuchen werde meinen Zehen mit Pflaster abzukleben und so die Druckstelle zu umgehen im Schuh. Nach insgesamt 52km und 42 gelaufenen erreichte in den «Löwen von Amphipolis» was eine Statue ist. Gegenüber ist ein kleiner Park, in dem ich mein Zelt aufstellte und mein Abendessen zu mir nahm.

Als die Zwei Fahrradfahrer mir sagten, dass sie nur noch eine Woche bis nach Istanbul haben, realisierte ich wie nahe es auch für mich ist. Ich brauche schon ein wenig länger bin aber auch im Endspurt. Ich versuche jeden Tag noch ein wenig mehr zu geniessen und werde es schon vermissen, wenn es zu Ende ist.

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