Tag 67 Nea Kardylia- Eleftheroupoli

Die Nächte werden wieder wärmer, was das Laufen einfacher macht, da ich mich besser erholen kann. Um 03Uhr in der Nacht erwachte ich kurz, da es kühl wurde. Ich hatte meinen Seidenschlafsack bereitgelegt, da ich aber bald aufstehen musste, schlief ich weiter. Als der Wecker klingelte zog ich mich warm an und verliess das Zelt und packte alles zusammen. Ich lief nicht lang, bis ich warm hatte und die ersten Kleidungsstücke auszog. In der Dunkelheit verliess ich die Strasse und lief auf Naturstrassen weiter. Der Weg änderte sich nach einer gewissen Zeit und die Strasse bestand aus Sand. Ich laufe nicht gerne auf Sand, da ich immer wieder wegrutschte und danach überall Sand ist. Ich war froh als der Weg wieder fester wurde und ich meine Schuhe und Socken ausschütteln konnte. Bis zum Sonnenaufgang lief ich Kilometer weit an Olivenbäumen und Traubenfeldern vorbei, die Trauben werden später für den Ouzo verwendet.

Als ich an den Feldern vorbeilief, sah ich viele Feldarbeiter. Die Feldarbeiter kamen gemäss den Autokontrollschildern alle aus Bulgarien, Albanien oder Rumänien. Da man Wasser allmählich ausging lief ich einen kleinen Umweg zu einem Dorf. Beim Dorfbrunnen fühlte ich mein Wasser auf und ich war nicht allein. Ein Mann fuhr mit seinem Truck zum Brunnen und fühlte einen grossen Kanister auf, auf der Laderbrücke sassen drei Frauen. Der Mann fuhr später an mir vorbei und sie fuhren zu einem Feld. Mit aufgefüllter Trinkflasche verliess ich das Dorf und lief weiter über Feldwegen. Als ich eine Gruppe passierte, rief mich ein Mann zu sich der mich mit Trauben beschenkte. Ich ass die Trauben, während dem Laufen, welche mir viel Energie gaben. Danach geschah bei mir nichtmehr viel, ich lief und lief. Um 11Uhr erreichte ich ein kleines Dorf wo mir viele Leute zu winkten und ich einkaufen ging. Am Ende des Dorfes fand ich bei einer Kirche eine Wasserstelle und füllte meine Flasche auf. Auf der Suche nach einem Platz für die Pause lief ich an einem Haus vorbei, bei dem ein Baum mit knallroten Granatäpfeln stand. Ich sah niemanden zum Fragen und eine riesige Frucht war direkt vor mir und ich griff zu. Normalerweise ist das nicht meine Art, aber es sah nicht so aus, als würden die Bewohner die Früchte pflücken, da schon einige am Boden lagen oder aufgeplatzt waren. Da der Granatapfel so gross war, hielt ich ihn in der Hand und lief so zwei Kilometer weiter, bis ich in einem Wald ein perfektes Plätzchen für meine Pause fand.

Ich ass zuerst die Frucht, da diese aber so riesig war nur eine Hälfte und sparte mir die andere Hälfte noch auf. Nach dem Mittagsschlaf ass ich dann richtig. In dem Geschäft kaufte ich zuvor: Brot, Käse, Kekse, Schokolade und Nudeln ein. Mein Mittagessen bestand dann aus: Brot, Käse und Kekse, da der Rest fürs Abendessen geplant war. Da ich 500g Brot und 300g Käse kaufte, konnte ich ordentlich Essen und hatte genügend Energie für den Nachmittag. Da die Sonne ordentlich einheizte machte ich immer wieder eine Pause und trank etwas. Neben der Hauptstrasse fand ich einen Platz für die Nacht. Da der Boden sehr hart war, benutzte ich einen Stein, um meine Heringe in den Boden zu schlagen. Insgesamt lief ich heute 46 km und ich fühle mich sehr gut. Momentan marschiere ich mit den leichten Schuhen, da bei meinen Wanderschuhen sich innen etwas ablöst und das an den Zehen reibt und von dort kam auch das Blut. Ich hoffe, dass ich meine Wanderschuhe nochmals benutzen kann, aber ich werde bei der nächsten Pause nach neuen Schuhen Ausschau halten.

Heute während dem Tag hatte ich Durchfall und ich fragte mich schon wieso? Als ich bei einer Wasserstelle Wasser auffüllte kam es mir dann in den Sinn. Ich füllte gestern Wasser auf und als ich die Flüssigkeit probierte fragte ich mich noch «ob das Wasser wirklich gut ist?» Die Frage habe ich mir jetzt selber geklärt, aber da mein Körper schon so hart im Nehmen ist konnte ich trotzdem 46 km laufen und hatte keine Probleme während dem Tag.

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