Als ich schlafen ging war es noch um die 20Grad und ich erwachte einmal, da ich zu warm im Schlafsack hatte. Die Temperatur fiel in der Nacht aber noch deutlich. Mitten in der Nacht musste ich mehrmals noch was überziehen. Als ich dann mein Zelt zusammenpackte, war es sehr kalt. Als ich schon unterwegs war, sah ich an einer Anzeige bei einer Tankstelle, dass es 8Grad kühl war. Sobald die Sonne weg ist, wird es wieder sehr kalt. Während dem Laufen krieg ich schnell wieder warm. In der Dunkelheit wurde ich noch ein paarmal angebellt, aber die Hunde folgten mir nicht. Nach mehr als zwei Stunden laufen erreichte ich die griechische Stadt Kavala, die am Meer liegt. Mir wurde gesagt, dass die Stadt einen Besuch wert sei und ich verweilte nicht lange dort, aber die Stadt ist sehr schön. Auf dem Hügel ist ein Schloss mit der Stadtmauer, aber das bekannteste der Stadt ist das gut erhaltene Aquädukt, weshalb die Stadt auch bekannt ist. Bei einer Bäckerei kaufte ich noch fünf Schokoladen Croissants ein und lief dann weiter. An diesem Morgen sah ich wahrscheinlich der schönste Sonnenaufgang meiner Reise. Lange wurde mir die Sicht von den Häusern verdeckt, aber als ich die Stadt hinter mir liess, sah ich wie die Sonne über dem Meer aufging, in einem kräftigen Orange.
Sobald die Sonne wieder da war, spürte ich auch wie die Temperatur in die Höhe stieg und nach kürzester Zeit, war es wieder 20Grad. Nach Kavala ging es für mich einen Hügel hinauf, dort traf ich ein Paar, das Strassenhunde füttert und pflegt. Wie auch in der Schweiz kauften auch in Griechenland viele Leute Haustiere während der Pandemie und als die Pandemie vorbei war, mussten die Tiere ins Tierheim. Da es hier keine Tierheime gibt, warfen die Leute die Tiere auf die Strasse. Ich finde es schön, dass es Leute gibt, die sich um die Vierbeiner kümmern, da die Tiere nichts dafürkönnen. Während des Tages passierte ich kleine Dörfer und die Leute winken mir immer fröhlich zu und wollen manchmal mit mir plaudern. Heute sprach ich mit drei Männern als ich mein Wasser auffüllte. Als ich den Männern erklärte, dass ich aus der Schweiz komme (Helvetia) antwortete ein Mann: «Aah Zlatan Ibrahimovic». Viele Leute kennen den Unterschied zwischen Schweden und der Schweiz nicht, aber meistens sind es Personen aus Übersee (USA, Kanada oder Australien). Ich versuchte zu erklären, dass es zwei verschiedene Länder sind und wir Roger Federer haben. Nach der amüsanten Unterhaltung lief ich weiter. An der Seite von meinem Weg pflückte ich einen Granatapfel, den ich später bei einer Pause ass.
Kurz vor der Mittagspause passierte ich ein Dorf und ging noch einkaufen. Vor dem Geschäft kam ich ins Gespräch mit den Einheimischen und hier wurde die Schweiz mit Belgien verwechselt. Da ein Mann zu mir sagte «Aah Kevin De Bruyne (Belgischer Fussballer)». Klar, hätten wir den Mann gerne in unsere Nationalmannschaft, beide Länder machen gute Schokolade und haben mehrere Landessprachen, trotzdem sollte man die Länder doch im Eigenen Kontinenten kennen. Mir wurde noch von den Herren Kaffee und Bier angeboten, aber ich lehnte ab und wollte in meine Pause gehen. Am Ende des Dorfes erreichte ich den Friedhof und am Eingang, fand ich einen gedeckten Platz mit Bänken vor. Ich respektiere Friedhöfe, da der Eingangsbereich nochmals getrennt war von den Gräbern, machte ich dort meine Pause.
Da ich in der Nacht immer wieder erwachte, aufgrund des Temperatursturzes, holte ich meinen Schlaf in der Mittagspause nach. Vor dem Friedhof hatte es noch einen Brunnen, bei dem ich mich und meine Kleidung wusch. Nach der Siesta liefen ich noch 10km und konnte kurz vor Schluss mein Wasser auffüllen, so dass ich für den Abend und Morgen genügend Flüssigkeit habe. Ich fand ein Feld neben der Strasse und platzierte dort mein Zelt. Beim Abendessen schaute ich den Sonnenuntergang an und ging anschliessend früh schlafen, da ich sehr müde war.




















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