Tag 69 Neos Xerias- Glikoneri

Diese Nacht war ich besser vorbereitet auf den Temperatursturz. Immer wieder erwachte ich und zog mir ein Kleidungsstück mehr an, bis ich am Schluss zusammen gekauert in meinem Schlafsack lag und froh war, dass ich endlich weiter gehen konnte. Akribisch kontrolliere ich immer, dass ich nichts vergesse und schaue auch nochmals zurück, bevor ich los gehe. Bei einem kleinen Dorf kamen fünf Hunde mich besuchen und feuerten mich bellend an, ich lief Schnur gerade weiter und tat so, als hätte ich die Hunde nicht gesehen. Noch paar Minuten später hörte ich das Bellen der Hunde, so gerne hatten mich die Vierbeiner am Morgen. Auch die Leute schauen manchmal skeptisch, wenn ich in der Dunkelheit mit dem Licht der Stirnlampe durch ihr Dorf gehe. Wenn die Sonne aufgeht und der Tag erwacht, ist es immer wieder ein schöner Moment. Einerseits werde ich besser gesehen und andererseits erwärmt die Sonne meine Finger und ich kann sie wieder bewegen. Ich liebe es auch zuzusehen wie ein neuer Tag beginnt und jeder Sonnenaufgang ist anders.

Heute war irgendetwas speziell mit den Hunden, wenn ich durch ein Dorf lief, rannten alle Hunde an den Zaun und bellten/knurrten mich an. Da der heutige Tag ein Sonntag ist, waren auch alle Geschäfte zu, kurz vor der Mittagspause fand ich einen Tankstellenshop. Die Tankstellenshops haben nicht immer die gesündesten Lebensmittel aber mit dem, was ich noch im Rucksack hatte und was ich dann zusätzlich eingekauft habe, reicht es bis Morgen. Nach 38km fand ich ein gemütliches Plätzchen unter Bäumen für meine Pause. Ich konnte mein Zeltmaterial aufhängen und trocknen, da es am Morgen noch Nass war. Ich hatte es auch sehr bequem und konnte gut schlafen. Ich fühlte mich am heutigen Tag viel erholter als Gestern und spüre auch meinem Körper geht es gut. Am Nachmittag passierte ich noch das Niklauskloster, welches auf einer Insel ist. Ich besuchte die Kirche und zündete eine Kerze für mich und alle die an mich denken an.

Nach dem Kloster ging mein Weg entlang dem Meer, auf einmal sah ich jemanden der sein Fahrrad an der Seite repariert. Kévin und ich lernten uns kennen und tauschten uns aus. Während unserem Gespräch flogen noch Flamingos über uns drüber. Als Kévin sein Rad repariert hat, verabschiedete ich mich und ging weiter. Ein paar Minuten später, hatte er mich schon aufgeholt. Da wir beide nach Istanbul wollen und in die gleiche Richtung müssen. Wir beschlossen den Abend zusammen zu verbringen, da wir beide viel am Abend allein sind wollten wir die Chance nutzen. Am See des Nationalparkes fanden wir ein wunderschöner Platz. Es war schön jemanden zu haben mit der gleichen Einstellung und wir hatten super Gespräche. Als ich mein Geschirr reinigte im See, sah ich eine Krabbe vor mir. Es war schon jemand zu haben, um solche Momente zu teilen, auch wenn es nur für einen Abend war. Als die Mücken kamen verschwanden wir beide in unsere Zelten, aber vor dem Schlafen gehen trafen wir uns nochmals und redeten eine Weile. Das Wichtigste ist: «Wir sind fast da!!!!»

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