Als ich schlafen ging wurde es sehr kühl und dafür als ich erwachte, war es 14Grad. Ich hatte nichts gegen die angenehmen Temperaturen am Morgen. Kurz vor meinem Start schaute noch Kévin aus dem Zelt heraus und wir wünschten uns alles Gute, wir hoffen auf ein Wiedersehen in Istanbul. Nach der Verabschiedung ging es für mich los. Auf meinem Weg war ich nicht allein, ich traf auf viele fleissige Feldarbeiter die Baumwollen pflückten. Der Sonnenaufgang war wieder fantastisch und es gab grossartige Bilder.
Ich durchquerte mehrere kleine Dörfer und hielt Ausschau nach einer Bäckerei oder einem Lebensmittelgeschäft, doch ich fand nichts vor. Ich wurde wieder mehrmals angebellt, aber ich habe mich gut daran gewöhnt. Eine Gruppe Strassenhunde beschützte mich vor einer anderen Gruppe, vielleicht hatten die Hunde sich sonst nicht gerne und ich lief einfach dazwischen. Für mich ging alles gut und die Hunde hatten auch ihre Streitereien geklärt. Bei einem schönen Platz machte ich eine kurze Pause und sah in der Ferne ein Fahrradfahrer, erst als der Mann näher kam merkte ich, dass es Kévin war. Ich beide hatten nicht damit gerechnet uns Heute nochmals zu sehen, da aber ich schnell unterwegs war, war ich sogar vor ihm an der Küste. Dass mein Kollege sein Fahrrad nicht schieben muss, fuhr Kévin die zwei Kilometer bis ins nächste Dorf voraus und ich lief dann hinterher. Eine Viertelstunde später kam ich dann auch in besagtem Dorf an und auch ich musste feststellen, dass nichts mehr im Dorf los war. Da die Ferienzeit vorbei war, gab es auch keinen Kaffee für uns zwei. Einen Vorteil hatte es trotzdem für mich, neben dem Strand fand ich eine Toilette und da mein Toilettenpapier allmählich zu Ende geht, konnte ich noch Toilettenpapier mitnehmen. Mein Proviant war fast aufgebraucht, da ich mit einem Supermarkt gerechnet hatte. Mein Kollege war so freundlich und gab mir Kekse und Brot, da er mit dem Fahrrad vor mir auf ein Geschäft traf. Dieses Mal war es wohlmöglich die letzte Begegnung von uns zweien und wir verabschiedeten uns nochmals.
Mein Weg führte weiter an der Strasse entlang durch viele Dörfer aber die meisten verlassen oder ich traf ein paar Leute. Kurz vor dem Mittag lief ich noch mehreren Ausgrabungsstätten Antiker Orte vorbei und ich begegnete sogar ein paar Archäologen. Ich legte mich für die Mittagspause unter einen Olivenbaum, der mit Schatten spendete, da es am Tag über 25Grad war. Da ich keine Möglichkeit mehr hatte Wasser aufzufüllen hatte ich nur noch einen halben Liter dabei. In der Ferne hörte ich Motorengeräusche und ich lief zu der Strasse. Zu meinem Glück fuhr ein Deutsches-Pärchen mit einem VW-Bus vorbei und die zwei gaben mir eine Wasserflasche. Überglücklich konnte ich dann meine Pause geniessen. Da mich mehrere Fliegen nervten stellte ich mein Zelt auf und schlief im Zelt, so hatte ich meine Ruhe. Nach meiner Siesta war ich gespannt, wie es weiter ging, da ich zum Mittagessen nur ein Stück Brot mit Käse und Erdnussbutter hatte, weil ich mein Essen rationierte. Der nächste Supermarkt war vom Siesta Platz 17km entfernt, eigentlich zu viel, aber ich rechnete damit es eventuell bis Dorthin schaffen zu müssen.
Trotz Hunger kam ich sehr gut voran und ich konnte es ausblenden, dass mein Mittagessen sehr spärlich ausfiel. Ich passierte noch eine Ruine, die ich mir kurz anschauen ging. Nach gut acht Kilometer lief ich an eine riesige Kirche und och hoffte schon auf Wasser. Zu meiner Enttäuschung fand ich kein Wasser und musste weiter gehen. Die Aussicht war dafür traumhaft, ich lief Kilometer weit an der Küste entlang und sah auf das Meer. Eine Weile später fand ich einen Campingplatz vor, der aber auch verlassen war, ich überlegte mir schon über den Zaun zu klettern, da ich Wasserstellen auf dem Campingplatz sah. Mir war das Risiko zu gross und als ich weiter ging sah ich Autos am Meer. Ich lief zum Meer hinunter und fand zuerst mehrere funktionierende Wasserstellen und konnte am Sandstrand mein Zelt aufstellen. Ein paar Meter von meinem Zelt entfernt stand ein Wohnmobil mit britischer Nummer. Ich erzählte der Frau meine Lage und fragte nach ein paar Nudeln. Selbstverständlich half die Frau und gab mir ein Pack fertig Nudeln und eine Dose Mais. Ich kochte mein einfaches Abendessen am Strand und es war fantastisch. Ich bin den Leuten unglaublich dankbar die mir helfen. Mir wurde auch noch einen Apfel auf dem Weg geschenkt und solche Geschenke machen es aus. Ich sah mir den Sonnenuntergang an und ging danach ins Zelt.
In den letzten drei Tagen lief ich 142km und da ich Heute 50km gegangen bin, sind es nach Alexandroupolis nur noch 23km. Ich habe noch drei Scheiben Toast, Käse und Erdnussbutter, das gibt mein Frühstück, da ich Morgen nach 14km einen Supermarkt erreichen werde. Mein Kollege der Kévin fuhr heute schon nach Alexandroupolis. Die Fahrradfahrer fahren am Tag fünf Stunden und legen dann bis zu 100km zurück und ich laufe am Tag bis zu 9.5 Stunden und komme die Hälfte Weit. Aber mir gefällt das Laufen und ich möchte es nicht gegen ein Fahrrad eintauschen.

























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