Ich schlief gut, jedoch war der Fluss lauter als gedacht und ein Esel machte sich mitten in der Nacht lautstark bemerkbar. Früh morgens, als ich mich noch im Dunkeln vorbereitete auf meine heutige Etappe, benutze ich die Stirnlampe. Zuerst hatte ich das gelbe Licht an, was eine Hornisse anlockte und mich für die Sonne hielt, als ich meinen Kocher aus dem Zelt stellte nutzte die Hornisse die Gelegenheit und schlupfte zu mir ins Zelt hinein. Kampf Mann gegen Hornisse, Mann gewann – ich beförderte die Hornisse um halb fünf Uhr morgens aus meinem Zelt. Ein spezieller Start in diesen achten Tag.
Von Taverne lief ich acht Kilometer der Strasse entlang bis Lugano. Ich wusste nicht, dass Lugano so schön ist, die aufgehende Sonne beleuchtete die Stadt. Weiter ging ich mehrere Kilometer am Ufer des Lago di Lugano entlang. In Melide neben dem Miniatur-Freiluftmuseum «SwissMiniatur» machte ich eine Pause. Der Weg nach Melide war nicht optimal, da ich keinen Fussgängerweg fand, lief ich neben dem Verkehr. Von Melide aus ging es weiter nach Mendrisio, dort war der Weg und Ausblick sehr gut. Weil ich heute viel oder nur an der Strasse entlang lief, kam ich gut vorwärts.
In Coldrerio fand ich bei einer Kirche ein geeignetes Plätzchen für meine Siesta. Innert kürzester Zeit wurde ich von Mücken gestochen, in der nahegelegen Apotheke kaufte ich einen Mückenspray. Ich schlief wieder während meiner Mittagspause und das Zelt trocknete in der Mittagssonne.
Um 16 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Italien, kurz vor fünf Uhr spazierte ich über die Grenze ohne kontrolliert zu werden. Schneller als gedacht hatte ich das erste Land bereits abgeschlossen. Komplett übermotiviert grüsste ich alle mit «Ciao», da ich es kaum glauben konnte schon in Italien zu sein. Schnell sah ich aber auch die Unterschiede gegenüber der Schweiz – sehr viel Abfall am Boden und es war nicht mehr so sauber. Ich bin gespannt wie meine nächsten Wege aussehen.
Nach meinem ersten Einkauf im neuen Land, suchte ich ein Platz für Essen und schlafen. Gemäss meiner Karte fand ich etwas, was in der Realität dann aber ungeeignet war. Also lief ich den Weg zurück und folgte meinem Weg Richtung Bergamo, wo ich am Donnerstag sein möchte. Sehr ermüdet fand ich einen Abstell-Parkplatz, wo ich mein Zelt aufstellte und nach dem Abendessen bald schlief.
Heute Nachmittag war es über 38°. Ich hoffe, dass es bald ein bisschen kühler wird, was es angenehmer zum Laufen macht.









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