Die Nacht blieb sehr ruhig und ich konnte mich erholen. Die Temperaturen sind momentan optimal für mich zum Schlafen und ich muss gar nicht viel anziehen. Schnell war alles zusammengepackt und ich machte mir ein Käse Brötchen für auf den Weg. Die ersten Kilometer lief ich alles an der Hauptstrasse entlang, für eine lange Zeit war ich allein, bis ein paar Autos mit entgegen kamen. Zwischendurch lief durch kleine Dörfer und danach ging es zurück an die Hauptstrasse. Nach dem Sonnenaufgang passierte ich ein kleines Dorf namens Soufli. In Soufli kaufte ich noch Brot und Schafskäse ein, da ich nicht wusste, ob ich im Verlaufe des Tages nochmals einkaufen kann. Müllmänner fuhren mir vorbei und wir begrüssten uns. Als die Müllmänner kurz anhielten, um den Müll einzusammeln ruf mich der Fahrer zu ihnen und gab mir ein Brötchen, einfach so. Ich bedankte mich mehrmals und wünschte ihnen einen schönen Tag. Die Geste hat mir sehr gefreut und es gibt sehr viele liebe Leute.
Zurück ging es auf die Hauptstrasse wo ich nach ein paar Kilometer von der Polizei angehalten und kontrolliert wurde. Der eine Polizist kontrolliert meinen Pass ganz genau und der andere sass im Auto. Der Polizist, der meinen Pass kontrollierte, hat den Stempel für Griechenland gesucht, da aber Griechenland und die Schweiz beide im «Schengen-Raum» sind, habe ich keinen Stempel. Nach einer Weile gab der Polizist mir den Pass zurück und ich konnte weitergehen. Ich sah die zwei Herren noch ein paar Mal, da sie an der Grenze patrouillierten. Eine halbe Stunde später wollte ich eine Pause machen und meine Schuhe wechseln, für das setzte ich mich auf die Seite in die Wiese. Als ich so sass und meine Schuhe wechseln wollte, fuhren zwei Militär Fahrzeuge vorbei und hielten auf der Stelle. Ein Mann mit Schutzweste und Waffe im Holster kam auf mich zu und fragte, was ich mache. Ich schilderte ihm meine Geschichte und musste ihm auch meinen Pass zeigen. Mein Problem ist, dass ich nicht mehr aussehe, wie auf dem Pass und die Beamten immer wieder den Pass und dann mich anschauen. Nach kurzer Zeit bekam ich das rote Büchlein zurück und das Militär ging wieder, ich beendete meine Pause und lief danach auch weiter. Ein weiterer Grund, wieso ich eine Pause machen wollte, war, dass ich auf Toilette musste. Da ich aber nicht gerne gestört werde beim Kacken, verhielt ich es mir und lief weiter, bis ich von der Strasse weg war.
Nach der Kontrolle von der Armee lief ich noch sechs Kilometer an der Strasse entlang und hoffte, dass ich nicht mehr kontrolliert werde. Die Beamten waren immer freundlich, aber ich verliere halt so Zeit, wo ich dann weniger Mittagspause habe. Danach ging es auf Landwegen weiter und hatte perfekte Naturwege zum Laufen. Das Wetter war sonnig und die Umgebung schön. Ich sah mehrere gelbe Tafeln, konnte es aber nicht Übersetzen was draufstand. Am Schluss kam dann eine grosse Tafel, auf der stand «Achtung-Vorsicht Militär Übungsgebiet für Munition» da dachte ich mir auch wieder «ach Mann wo bist du wieder durchgelaufen», aber es ging ja alles gut. Nach 38 km erreichte ich ein kleines Dorf mit einer Kirche. Bei der Kirche fand ich einen Unterstand, bei dem ich windgeschützt war, da ein starker Wind sein Unwesen trieb.
Nach einer Erholsamen Pause lief ich noch zwölf Kilometer weiter bis nach Evgeniko. In Evgeniko lief ich auch zur Kirche, da ich dort meistens Wasser finde und ass zuerst zu Abend. Ich war nicht sonderlich glücklich mit dem Schlafplatz, da Regen gemeldet war und ich bei der Kirche nur ein kleines Vordach hatte. Ein Mann nebenan sah mich und wir kamen ins Gespräch und bei ihm war ein verlassenes Haus, ich fragte den Mann «ob ich in dem Haus schlafen darf». Der Mann sagte «Ja» und ich zog um. Das verlassene Haus war dreckig, aber dafür bleib ich trocken und ich bin schnell wieder weg.
Durch die zwei Kontrollen heute aber auch durch die Leute, spüre ich eine gewisse Spannung in diesem Gebiet und das hat mit der Grenze zu tun. Vielleicht nahm ich es zuerst auf die leichte Schulter, bin aber jetzt dankbar für die Erfahrung und da ich heute 50 km lief sind es jetzt noch 39 km bis Edirne und in die Türkei.























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