Mitten in der Nacht erwachte ich und sah den bewölkten Himmel. Zuerst hatte ich Bedenken, ob es zu regnen anfangen würde, doch dann wurden die Wolken weggewindet und ich schlief unter dem Sternenhimmel weiter. Um 0430 klingelte mein Wecker, da ich gerne früh starte. Um 0520 ging für mich der dritte Tag dann so richtig los, der Tag fing an wie der letzte endete, nämlich mit ansteigenden Höhenmetern. Ich spürte meine Beine, konnte aber trotzdem ein hohes Tempo gehen. Nach mehr als einer Stunde erreichte ich Göschenen. Der Teufelsstein ist ein bekanntes Denkmal, was ich mir nicht nehmen liess und besuchte den sagenumwobenen Stein.
Ich kam immer mal wieder ins Gespräch mit Leuten die mich heute gesehen hatten, was zu witzigen Unterhaltungen führte.
Nach Göschenen folgte der steile Aufstieg nach Andermatt durch die Schöllenenschlucht, wo ich die Teufelsbrücke überquerte. In einem Tunnel suchte ich mir Unterschlupf vor dem Wind um mein T-Shirt zu wechseln, da ich komplett nassgeschwitzt war und durch den kalten Wind auskühlen. Der Weg nach Andermatt ist anstrengend aber wunderschön und lohnt sich. Man läuft teilweise auf den Strassen- oder Zugtunnels und die Wege sind super ausgebaut. Um 8 Uhr erreichte ich Andermatt – nicht einmal 24h zuvor war ich bei meinem Vater in Schattdorf. Im Coop von Andermatt kaufte ich noch ein, da ich noch meinen Vater gefragt hatte ob ich bis zum Pass noch etwas einkaufen könne. Mit gefülltem Rucksack ging es in der Ebene weiter nach Hospental, und danach wieder bergauf auf den Gotthardpass. Auf dem Weg hinauf traf ich viele andere Wanderer an, die sich die Tortur ebenfalls antaten. Ich hatte zwei Stunden von Hospental bis hoch zur Gotthard-Passhöhe (2’107 m ü. M). Und ich war ziemlich müde, aber der Weg ist wunderschön und man kann zwischendurch Kühe streicheln. Als ich auf dem Pass ankam, kam ich noch ins Gespräch mit Radfahrern, die mich gesehen hatten beim Aufstieg. Als sie erfuhren, dass ich heute von Wassen bis auf den Gotthardpass gelaufen bin, fiel ihnen die Kinnlade runter. Dass ich zu Fuss nach Istanbul gehe, hatte sie danach nicht mehr überrascht.
Beim Lago Dell Piazza errichtete ich einen Sonnenschutz mithilfe meines Tarps. Ich badete meine Füsse im See, ass etwas und schlief ein wenig. Da war für mich auf der Passhöhe Feierabend. Ich verabredeten mich noch mit meinem ehemaligen Motorradfahrlehrer der ins Tessin fuhr. Wir tranken etwas zusammen und tauschten uns aus, es tat gut ein bekanntes Gesicht zu sehen. Mein Bekannter fuhr ins Tessin und ich platzierte mich an einen neuen Ort.
In Andermatt hatte ich heute Bouillon gekauft. So hatte meine heutige Buchstabensuppe (anders als die gestrige) Geschmack und lieferte mir wieder Salz, welches ich heute reichlich ausgeschwitzt hatte.









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